Mehrfamilienhaus in Barsinghausen - archiTEC24

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Mehrfamilienhaus in Barsinghausen

Dank einer kompakten Bauform und einem hohen baulichen Wärmeschutz beträgt der Jahresheizwärmebedarf des Mehrfamilienhauses nur 14 kWh/(m²a). © Dirk Wilhelmy, Stuttgart
Dank einer kompakten Bauform und einem hohen baulichen Wärmeschutz beträgt der Jahresheizwärmebedarf des Mehrfamilienhauses nur 14 kWh/(m²a). © Dirk Wilhelmy, Stuttgart

Daten und Fakten

Standort:
Erfurter Straße 1/3
0890 Barsinghausen

Bauherr/ Architekt:
Torsten Schneider,
Ingenieurbüro Dörger-Löscher-Schneider
30890 Barsinghausen

Bauzeit: 11/2013 – 07/2014
Fertigstellung: 2014

Grundstücksgröße: 1.905 m²
Wohneinheiten: 16
Wohnfläche: 1.280 m²
BGF: 1.490 m²
BRI: 4.835 m³

Energiestandard: Passivhaus
Energieträger: Luft, Sonne

Jahresheizwärmebedarf (nach PHPP): 14 kWh/m²a
Gebäudeheizlast: 9 W/m²
Primärenergie (nach PHPP): 119 kWh/m²a
Luftdichtheit: n50 = 0,5 1/h
Energiebezugsfläche: 1.155,1 m²

Architekten

Ingenieurbüro Dörger-Löscher-Schneider
Heinrich-Benne-Straße 12
30890 Barsinghausen
Tel.: 05105-52750
Fax: 05105-527552
mail@ing-dls.de
www.ing-dls.de

Geschäftsleitung: Dipl.-Ing. Torsten Schneider

Bürophilosophie:
Der beratende Ingenieur Kurt Dörger gründete im Jahre 1964 das Ingenieurbüro Dörger-Löscher-Schneider. Seine Praxiserfahrungen holte er sich als Mitarbeiter bei einem in Hannover ansässigen und renommierten Prüfingenieur. Darüber hinaus arbeitete er als Werksleiter in einem Spannbetonfertigteilwerk. Seit Juli 2007 werden die Geschäfte des Ingenieurbüros durch den beratenden Ingenieur Torsten Schneider als neuen Inhaber fortgeführt. Der Mitarbeiterstamm und die Betätigungsfelder des Büros wurden seit der Gründung ständig ausgebaut. Wurden die Tätigkeitsschwerpunkte zunächst überwiegend im allgemeinen Hoch- und Fertigteilbau gesetzt, entwickelten sich über die Jahrzehnte die Bereiche Gewerbe- und Industriebau sowie die technische Bearbeitung von Sonderbauten weiter. Mittlerweile werden auch EnEV-Beratungen, KfW-Nachweise und weitere Schwerpunkte in technischer Bauphysik und im vorbeugenden Brandschutz sowie die Erstellung von Flucht- und Rettungswegplanungen durchgeführt. Darüber hinaus werden für die quantitativ zunehmenden Baumaßnahmen und Nutzungsänderungen im Bestand außergewöhnlich differenzierte Nachweise und Ertüchtigungen für Bauteile durchgeführt. Das Ingenieurbüro Dörger-Löscher-Schneider ist ein bei der dena eingetragenes und berechtigtes Büro für die Ausstellung von Energieausweisen.

Entwurfsaufgabe

Als Bauherr, Architekt und künftiger Vermieter wusste Torsten Schneider vom Ingenieurbüro Dörger-Löscher-Schneider von Planungsbeginn an, dass sein Mehrfamilienhaus in Barsinghausen ein Passivhaus sein sollte. Der Passivhausstandard bietet für ihn als Vermieter eine wirtschaftliche Gebäudeunterhaltung mit überschaubaren Folge- und Wartungskosten während die Mieter unabhängig von steigenden fossilen Rohstoffpreisen sind und so von geringen Nebenkosten profitieren.

Bei der Konzeption der Wohnungsgrundrisse war es dem erfahrenen Planer wichtig, moderne und innovative Mietwohnungen zu entwerfen. Alle 16 Wohneinheiten sollten zudem über großzügig bemessene Terrassen, Balkone oder Dachterrassen verfügen.

Mit dem Mehrfamilienhaus in Barsinghausen beweist Torsten Schneider, dass sich der Passivhausstandard für den Geschosswohnungsbau hervorragend eignet. Der geringe Jahresheizwärmebedarf von nur 14 kWh/(m²a) wird über ein wartungsfreundliches Wohnungslüftungssystem mit effizienter Wärmerückgewinnung gedeckt. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach nutzt zudem die Sonnenenergie zur Stromerzeugung.

Projektbeschreibung

Barsinghausen liegt im Calenberger Land südwestlich der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Die Kleinstadt mit rund 33.000 Einwohnern gehört administrativ zur Region Hannover und ist infrastrukturell über einen S-Bahn-Anschluss in die Metropolregion eingebunden. Mit dem südlich von Barsinghausen verlaufenden Höhenzug Deister grenzt ein idyllisches Naherholungsgebiet direkt an die Stadt.

Als Bauherr und Planer in einer Person übernahm Torsten Schneider vom Entwurf über die Ausführungsplanung bis zur Bauleitung mit seinem ortsansässigen Ingenieurbüro sämtliche Planungen für das Mehrfamilienhaus. Auf externe Fachplaner konnte er dabei verzichten, stattdessen profitierte das Bauvorhaben von seiner langjährigen Erfahrung als zertifizierter Passivhausplaner und eingetragener Energieexperte.

Das Baugrundstück war ein bislang freies Grundstück von 1.905 Quadratmetern an der Erfurter Straße im Norden von Barsinghausen. Der Stadtkern mit der historischen Klosteranlage sowie die Fußgängerzone sind in fußläufiger Entfernung von knapp einem Kilometer komfortabel erreichbar. Das Grundstück liegt in einem reinen Wohngebiet von Barsinghausen. In dem nördlich an das Baugrundstück grenzenden Viertel dominieren Einfamilien- und Doppelhäuser, am südlichen Ende der Erfurter Straße stehen vornehmlich mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser.

In dem nicht unterkellerten Mehrfamilienhaus entstanden 16 Wohneinheiten als zwei- bis drei-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 72 und 94 Quadratmetern. Alle Wohnungen sind Mietwohnungen, die durch den Bauherrn als Eigentümer vermietet werden.

Das Mehrfamilienhaus konzipierte der Architekt als dreigeschossigen Baukörper bei dem das oberste Geschoss als Staffelgeschoss ausgebildet ist. Um die für ein Passivhaus möglichst optimale Nord-Süd-Ausrichtung zu erreichen, ist das mehrgeschossige Wohnhaus parallel zur südlichen Grundstücksgrenze positioniert. Passivhauskonform hat die Nordfassade nur einen geringen Fensteranteil, während sich die Südfassade mit großzügigen Verglasungen zur Landschaft öffnet. Auf diese Weise optimiert die konsequente Öffnung des Baukörpers nach Süden die für den Passivhausstandard notwendigen passiven solaren Gewinne.

Die Zufahrt auf das Grundstück erfolgt über die östlich verlaufende Erfurter Straße. Auf dem nördlichen Bereich des Grundstücks entstand für die Mieter ein Parkplatz mit 16 Fertiggaragen sowie acht zusätzlichen Stellplätzen. Das Mehrfamilienhaus wird über zwei Hauseingänge in der Nordfassade erschlossen; beide Gebäudebereiche sind spiegelsymmetrisch aufgebaut. Jeder Hauseingang erschließt acht Wohnungen. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss befinden sich jeweils drei, im Staffelgeschoss zwei Wohnungen.

Bei der Konzeption der Wohnungen legte Torsten Schneider großen Wert darauf, moderne und innovative Grundrisse zu gestalten. Zielgruppe sind Personen mittleren Alters, die hohe Ansprüche an ihren Wohnraum stellen.

In den zwei- und drei-Zimmer-Wohnungen sind die Küchen als offene Kochbereiche in den Wohnraum integriert. Über die raumhohen Terrassentüren gelangt viel Licht in die Wohnungen. Torsten Schneider war es wichtig, innenliegende Bäder ohne Fenster zu vermeiden. Während die Bäder der jeweils links und rechts vom Treppenhaus liegenden Wohnungen über Fenster nach Norden bzw. Osten/Westen verfügen, verknüpft der Architekt in den mittigen Wohnungen Bad und Schlafzimmer in einem großen Raum. Für eine funktionelle Trennung von Schlaf- und Badbereich sorgt eine Sichtschutzwand, das WC ist separat untergebracht.

Jede Wohnung erhielt einen Abstellraum, in dem auch die Haustechnik der Wohnung aufgestellt ist. Die Wohneinheiten im Staffelgeschoss verfügen zusätzlich über einen von der Dachterrasse zugänglichen Lagerraum für Terrassenmöbel oder Pflanzkübel.

Baukonstruktion

Kennzeichnend für den Passivhausstandard sind eine kompakte Bauform und ein hoher baulicher Wärmeschutz bei einer hohen Luftdichtheit der Gebäudehülle. Das Mehrfamilienhaus in Barsinghausen wurde in Massivbauweise errichtet und ist nicht unterkellert.

Die Gründung des Baukörpers erfolgte als Flachgründung auf einer 30 Zentimeter starken Sohlplatte aus wasserundurchlässigem Beton. Für einen optimierten Wärmeschutz gegenüber dem Erdreich wurde unterhalb der Sohlplatte gemäß den Wärmeschutzanforderungen eine 20 Zentimeter starke Perimeterdämmung eingebracht. Zudem wurde die Sohlplatte mit weiteren 15 Zentimeter Dämmschicht versehen. Abschließend wurden fünf Zentimeter Zementestrich als Bodenaufbau aufgebracht.

Bei der Konstruktion der Wände entschied sich der Architekt für massive Fertigteilwände aus zementgebundenem Blähton. Die Fertigteilelemente wurden im Herstellerwerk in Wunstorf bei Hannover auf Maß gefertigt und auf die Baustelle geliefert. Die Außenwände erhielten ein Wärmedämmverbundsystem. Auf die 15 Zentimeter starken Blähtonwandelemente wurde außen eine 26 Zentimeter Wärmedämmverbundschicht aufgebracht.

Bei den eingesetzten Fenstern handelt es sich um passivhausgeeignete Profilsysteme mit einer Bauteiltiefe von 92 Millimetern und integrierter Wärmedämmung. Die Hochwärmeschutzgläser mit dreifach-Verglasung sorgen für optimale passive solare Gewinne und minimieren die Wärmeverluste.

Die 12 Zentimeter starken Wohnungsinnenwände wurden ebenfalls als Fertigteilelemente auf die Baustelle geliefert. Einzig die Wohnungstrennwände zwischen den Wohneinheiten wurden aus Schallschutzgründen als 24 Zentimeter dicke Stahlbetonwände vor Ort gegossen.

Bei den Geschossdecken handelt es sich um Elementhalbfertigteildecken aus Schallschutzgründen ebenfalls in Stahlbeton, in denen die Lüftungsleitungen des Wohnungslüftungssystems in der Decke verlegt sind.

Der Dachstuhl über dem Staffelgeschoss wurde in Holzbauweise mit Nagelplattenbindern und einer passivhauskonformen 40 Zentimeter Dämmschicht in der Untergurtebene ausgeführt.

Interview

Interview mit dem Dipl.-Ing. Torsten Schneider vom Ingenieurbüro Dörger-Löscher-Schneider, Barsinghausen

Sie sind bei dem Projekt Architekt und Bauherr zugleich – welche Herausforderungen bringt diese Doppelfunktion mit sich?
Ich sehe es als großen Vorteil an, Architekt, Bauherr und Fachplaner in einer Person zu sein, fallen so doch sämtliche Abstimmungsgespräche gar nicht erst an. Dadurch ist sichergestellt, dass das interdisziplinäre Denken und Umsetzen konsequent umgesetzt wird. Im Nachhinein hat das alles für mich nur Vorteile mit sich gebracht. Bei dem architektonischen Entwurf habe ich mich von vielfältigen, mir bekannten architektonischen Entwürfen inspirieren lassen. Für mich war es interessant und eine Herausforderung, das Objekt ganzheitlich von der ersten Idee über Finanzierung, Planung sowie Umsetzung und Bauleitung zu begleiten und zu realisieren.

Was war Ihnen beim Entwurf der Wohnungsgrundrisse wichtig?
Da es sich um ein Mietobjekt handelt, war es mir wichtig, praktische Grundrisse zu gestalten, die zugleich modern und innovativ sind. Meine Zielgruppe sind Personen, die mitten im Leben stehen und hohe Ansprüche an ihren Wohnraum stellen. Besonders wichtig war mir, die Integration von großen Flächen im Außenbereich wie z.B. Balkone und großzügig bemessene Dachterrassen. Weiterhin war es mir wichtig, in allen Bädern Fenster zu haben. Bei den zwei-Zimmer-Wohnungen ist mir das durch die Kombination von Bade- und Schlafzimmer gelungen. Die beiden Bereiche werden nur durch eine halbhohe Sichtschutzwand optisch voneinander getrennt.

Aus welchen Gründen haben Sie sich für den Passivhausstandard entschieden?
Ich beschäftige mich schon seit 2002 mit der Erstellung von Passivhäusern. Ich konnte in dieser Zeit viele Erfahrungen sammeln und habe mich im Jahre 2008 als Passivhausplaner zertifizieren lassen. Ich bin der Meinung, dass der Energieverbrauch von Gebäuden künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Für mich als Vermieter ist es natürlich interessant, den Anteil der Nebenkosten, insbesondere der Heizkosten, so gering wie möglich zu halten. Für mich als Bauherr und Investor ist natürlich die Fördermöglichkeit über die KfW-Bank sehr attraktiv. Bei den 16 Wohneinheiten beträgt die Fördersumme 80.000 Euro. Hiervon war es mir möglich, die Photovoltaikanlage und die Lüftungsanlage zum großen Teil zu finanzieren. Außerdem ist für mich die Frage interessant, wie es mit den Folge- und Wartungskosten aussieht. Durch den Verzicht auf die komplizierte Technik einer wassergeführten Heizung, war es möglich, die nötigen Gebäuderücklagen für Wartung und Reparatur zu minimieren. Durch den Einsatz von Durchlauferhitzern zur Warmwasserbereitung entsteht die Problematik „Legionellen“ und „Speicherung von Wasser“ erst gar nicht. Für mich sind Abrechnung und Bewirtschaftung des Gebäudes durch den Passivhausstandard einfacher. Der Passivhausstandard im Geschosswohnungsbau ist wirtschaftlicher und damit auch interessant für Wohnungsbaugenossenschaften und Investoren. Ich bin der Meinung, dass sich künftig nur Technologien durchsetzen werden, die sich auch rechnen. Daher ist das Gebäude für mich ein Referenzobjekt, um meinen Kunden nicht nur theoretische Zahlen und Daten zu liefern, sondern ein Passivhaus auch praktisch erfahren zu können.

Worauf müssen Sie als Planer bei der Dimensionierung und Konfiguration der Lüftungsanlage bei einem Passivhaus achten?
Bei der Planung einer Lüftungsanlage sind für mich generell – egal ob Passivhaus, Niedrigenergiehaus oder KfW-Effizienzhaus – folgende Dinge wichtig: Als erstes muss ich sicherstellen, dass die Anlage so geplant und gebaut wird, dass problemlos eine Reinigung der Lüftungsleitung möglich ist. Ich bin ein großer Freund von Lüftungsanlagen, die im Stichbetrieb arbeiten, d.h. dass der Rohrquerschnitt am Lüftungsgerät und in dem entsprechenden Raum einander entsprechen. Rohre werden von mir im gleichen Durchmesser verlegt. Hierdurch ist gewährleistet, dass eine Reinigung problemlos möglich ist. Schon bei der Konzeption der Wohnung achte ich auf möglichst kurze Wege, um den Luftwiderstand im Leitungssystem gering zu halten. Ein weiterer positiver Nebeneffekt bei dieser Planung ist, dass „Telefonie“* unter den Räumen nicht möglich ist. Bezüglich der Wartung werden alle Mieter im Mietvertrag darauf hingewiesen, dass die Filter spätestens alle sechs Monate gewechselt werden müssen. Die Filter werden zentral von mir beschafft und an die Mieter verteilt, wodurch die Kosten gesenkt werden. Wichtig ist mir schon bei der Auswahl der Lüftungsanlagen die Betrachtung der Folgekosten. Ich habe mich unter anderem auch deshalb für die Viessmann Geräte entschieden, weil hier einfache Filtermatten in spezielle Rahmen eingelegt werden können. Das spart Kosten im Unterhalt.
*Anm. der Redaktion: „Telefonie“ bezeichnet in diesem Sinne eine ungewollte Schallübertragung zwischen den Räumen.

Worauf legen Sie bei Ihrer Arbeit als Architekt besonderen Wert?
Bei meiner Arbeit als Architekt ist es mir besonders wichtig, auf die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Es ist immer wieder interessant, wie viele unterschiedliche Charaktere man in seinem Berufsleben trifft. Ich versuche, genau zuzuhören und die Wünsche aufzunehmen und umzusetzen. Dabei ist es mir wichtig, die Menschen zu beraten und Vor- und Nachteile von bestimmten Konstruktionen abzuwägen. Ich möchte niemandem meinen eigenen Stempel aufdrücken, sondern sehe mich eher als Coach der Bauherren, der deren Interessen vertritt. Bei diesem Prozess kommt es jedoch immer wieder zu Höhen und Tiefen. Es hat für mich jedoch höchste Priorität, dass man sich nach Durchführung des Objekts auch nach mehreren Jahren treffen und zufrieden auf sein Werk blicken kann.

Als Architekt und Bauingenieur tragen wir eine hohe Verantwortung. Wir prägen mit unseren Bauwerken die Gegenwart und die Zukunft.

Energiekonzept

Als zertifizierter Passivhausplaner verfügt Torsten Schneider über langjährige Erfahrung beim Bau von Passivhäusern. Von Beginn an stand für ihn fest, dass sein Mehrfamilienhaus in Barsinghausen ein Passivhaus sein sollte. Für ihn als künftigen Vermieter bietet der Passivhausstandard die Möglichkeit, eine wirtschaftliche Gebäudeunterhaltung mit überschaubaren Folge- und Wartungskosten zu realisieren, während seine Mieter in Zukunft unabhängig von steigenden fossilen Rohstoffpreisen sein sollten.

Aufgrund der kompakten Bauform und einem hohen baulichen Wärmeschutz beträgt der Jahresheizwärmebedarf des Mehrfamilienhauses nur 14 kWh/(m²a), den der Planer mithilfe eines Wohnungslüftungssystem mit Wärmerückgewinnung deckt.

Photovoltaik

Auf dem Dach des Mehrfamilienhauses nutzt eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 27 kWp die Kraft der Sonne als regenerative Energiequelle zur Stromerzeugung. Die Photovoltaik-Module Vitovolt 200 von Viessmann erzeugen Strom aus Sonnenenergie mit einem Modulwirkungsgrad von 15,4 Prozent. Pro Photovoltaik-Modul sind 60 polykristalline Silizium-Zellen angeordnet. Das eisenarme getemperte Deckglas sorgt mit hohen Transmissionswerten für optimale Einstrahlungsergebnisse. Der mit der Photovoltaikanlage erzeugte Strom wird direkt an die Mieter verkauft, Ertragsüberschüsse werden ins öffentliche Netz eingespeist.

Warmwasser

Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral in jeder Wohnung über elektrisch betriebene Durchlauferhitzer.

Heizung und Lüftung

Der passivhauskonforme Jahresheizwärmebedarf von 14 kWh/(m²a) wird über ein Wohnungslüftungssystem mit Wärmerückgewinnung abgedeckt. Planung, Dimensionierung und Einregulierung der Anlage übernahm wiederum Torsten Schneider. In jeder der 16 Wohneinheiten übernimmt ein Wohnungslüftungs-System Vitovent 300-W von Viessmann die Lüftung. Es tauscht die Luft für ein angenehmes und gesundes Raumklima kontinuierlich aus und entfernt Geruchs- und Schadstoffe.

In der kalten Jahreszeit nutzt der leistungsstarke Wärmetauscher von Vitovent 300-W bis zu 93 Prozent der in der Abluft enthaltenen Wärme zur Erwärmung der einströmenden Frischluft. Das integrierte elektrische Vorheizregister gewährleistet dabei den durchgängigen frostfreien Betrieb des Systems auch bei niedrigen Außentemperaturen. In der warmen Jahreszeit kann der Wärmetauscher des Vitovent 300-W über die integrierte, automatische Bypassklappe hingegen komplett umgangen werden. Durch diese temperaturgesteuerte Schaltung gelangt in der Nacht kühle Außenluft in die Räume und sorgt für angenehme Frische.

Das kompakte Lüftungsgerät Vitovent 300-W ist im Abstellraum jeder Wohnung aufgestellt und somit für Wartung und Pflege leicht zugänglich. Die Filter werden spätestens alle sechs Monate selbstständig durch die Mieter gewechselt. Der Wechsel ist schnell und einfach durchzuführen.

Eingesetzte Produkte

Vitovolt 200 | Photovoltaik-Modul ©Viessmann Vitovent 300-W © Viessmann
Autor: Katharina Ricklefs
Fotos: Dirk Wilhelmy, Stuttgart

 

 

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