Firmenzentrale KAMPA ,K8’ in Aalen-Waldhausen - archiTEC24

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Firmenzentrale KAMPA ,K8’ in Aalen-Waldhausen

Das neue Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude von KAMPA am Firmensitz im schwäbischen Aalen-Waldhausen ist ein Aushängeschild für den mehrgeschossigen Holzbau im Plusenergiestandard. © KAMPA GmbH
Das neue Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude von KAMPA am Firmensitz im schwäbischen Aalen-Waldhausen ist ein Aushängeschild für den mehrgeschossigen Holzbau im Plusenergiestandard. © KAMPA GmbH

Daten und Fakten

Standort: Geißbergstraße 17, 73432 Aalen-Waldhausen
Bauherr: KAMPA Beteiligungs GmbH & Co. KG, Aalen-Waldhausen
Architekten (LP 1-4): Florian Nagler Architekten GmbH, München
Ausführungsplanung: KAMPA GmbH, Aalen-Waldhausen

Bauzeit: 10 Monate
Fertigstellung: 12/2014
Eröffnung: April 2015

BGF: 3.386 m² (zzgl. UG)
BRI: 12.700 m³ (zzgl. UG)
Nutzfläche: 3.052 m² (zzgl. UG)
Geschosse: 7 (zzgl. UG)

Energetische Kennwerte:
Primärenergiebedarf:
36.3 kWh/m²a
Jahresheizwärmebedarf: 15,1 kWh/m²a
Energiestandard: Plusenergiehaus
Energieträger: Sonne, Luft, Erdwärme, Wasser

Preise:
Anerkennung – Neubau „Deutscher Holzbaupreis 2015“
Holzbaupreis Baden-Württemberg 2015

Architekten

Florian Nagler Architekten
Theodor-Storm-Straße 16
81245 München
Tel.: 089-8200510
Fax: 089-83928743
info@nagler-architekten.de
www.nagler-architekten.de

Genehmigungsplanung
Gentner Architektur
Wilhelmstraße 118
89518 Heidenheim
Tel.: 07321-272192
Fax: 07231-272193
post@gentner-architektur.de
www.gentner-architektur.de

Fachplaner

TGA-Planung
BDKplan Ingenieurgesellschaft für Haustechnik mbH
Mörsenbroicher Weg 200
40470 Düsseldorf
Tel.: 0211-91344930
Fax: 0211-91344979
www.bdkplan.de

Ripperger Gebäudetechnik GmbH
Selleris Nr. 33
04603 Nobitz OT Selleris
Tel.:  03447-5150711
Fax:  03447-5150727
info@ripperger-gebaeudetechnik.de
www.ripperger-gebaeudetechnik.de

Tragwerksplanung/Brandschutz
bauart Konstruktions GmbH & Co. KG
Beratende Ingenieure für das Bauwesen (VBI)
Spessartstraße 13
36341 Lauterbach
Tel.: 06641-96610
Fax: 06641-966161
info@www.bauart-konstruktion.de
www.bauart-konstruktion.de

Beratende Ingenieure
bauart Konstruktions GmbH & Co. KG
Beratende Ingenieure für das Bauwesen (VBI)
Spessartstraße 13
36341 Lauterbach
Tel.: 06641-96610
Fax: 06641-966161
info@www.bauart-konstruktion.de
www.bauart-konstruktion.de

Entwurfsaufgabe

Eine Firmenzentrale ist auch immer Ausdruck der Unternehmensphilosophie. Für den Fertighaushersteller KAMPA stand daher von Anfang an fest, dass das neue Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude am Firmensitz im schwäbischen Aalen-Waldhausen ein Aushängeschild für den mehrgeschossigen Holzbau im  Plusenergiestandard sein sollte.

Nach einem Entwurf von Florian Nagler Architekten entstand ein repräsentatives Bürogebäude, das mit seinen sieben komplett in Holzbauweise errichteten Geschossen bis an die Hochhausgrenze geht. Die Kombination aus einer hochwärmegedämmten Gebäudehülle, solaren Wärmegewinnen und einem innovativen Energiekonzept macht den Neubau zum Plusenergiehaus. Die Firmenzentrale nutzt gleich mehrere regenerative Energiequellen zur Wärme- und Stromversorgung und setzt auf ein Eisspeichersystem von Viessmann für Heizung und Kühlung.

Projektbeschreibung

Auf dem Härtsfeld, einer Hochfläche der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg, liegt der zur Großen Kreisstadt Aalen gehörende Stadtbezirk Waldhausen. Östlich der Kreisstadt direkt an der Autobahn A7 befindet sich der Hauptsitz des renommierten Fertighausherstellers KAMPA. Seit über hundert Jahren steht KAMPA für den qualitativen Hausbau in Holzbauweise und ist deutschlandweit mit über fünfzig Musterhäusern und Verkaufsbüros präsent. In Bad Saulgau in Baden-Württemberg und im brandenburgischen Birkenwerder betreibt KAMPA eigene Werke zur qualitätsorientierten Vorfertigung der Elemente in Holztafelbauweise. Die KAMPA GmbH gehört zur KAMPA Gruppe in der neben einer eigenen Gebäudetechniksparte auch ein Unternehmen für Objekt- und Gewerbebau angesiedelt ist. Derzeit sind 331 Mitarbeiter bei der KAMPA Gruppe beschäftigt.

Seit Jahren setzt das Unternehmen konsequent auf energieeffizientes Bauen und gilt als führender Hersteller von Plusenergiehäusern in Holzbauweise im Bereich Ein- und Zweifamilienhäuser. Aus diesem Grund sollte die neue Firmenzentrale im Plusenergiestandard errichtet werden. Mit dem Bau des neuen Verwaltungs- und Ausstellungsgebäudes „K8“ wollte der Fertighaushersteller zudem die Leistungsfähigkeit des modernen mehrgeschossigen Holzbaus aufzeigen und den Beweis antreten, dass sich Vorteile wie Energieeffizienz, kurze Bauzeiten und die Qualität des industrialisierten Bauens auch auf den Objekt- und Wohnungsbau übertragen lassen.

Der Entwurf stammt vom Münchner Architekturbüro Florian Nagler Architekten, das auch die Leistungsphasen 1 bis 4 übernahm. Die Genehmigungsplanung erfolgte durch Gentner Architektur aus Heidenheim, die Ausführungsplanung durch die unternehmensinterne Bau- und Planungsabteilung des Fertighausherstellers.

Die Grundfläche des Baukörpers der neuen Firmenzentrale misst 38 mal 12 Meter und verläuft mit der Längsseite parallel zur östlich an das Baugrundstück grenzenden Autobahn A7. Während das Untergeschoss aus Betonfertigteilen mit Ortbetonkern besteht, wurden das Erdgeschoss und sechs Obergeschosse komplett in Holzbauweise errichtet. Das oberste Geschoss ragt um circa 1,25 Meter nach Westen über die anderen Geschosse und verleiht dem Baukörper einen definierten oberen Abschluss. Die innen und außen ablesbare Holzkonstruktion prägt die Fassadengliederung des Baukörpers. So wird die westliche Glasfassade nur durch das Holzskelett unterbrochen und steht im Kontrast zur Lochfassade mit vertikaler Holzschalung an den Gebäudeschmalseiten. Mit der weitestgehend geschlossenen Ostfassade bildet der Baukörper einen Rücken zur Autobahn.

Der Eingang in das Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude befindet sich mittig in der Westfassade. Das Untergeschoss beherbergt neben Haustechnikräumen, das Lager- und Archiv sowie weitere Nebenräume. Die Anlieferung ist als separater Baukörper ausgebildet und grenzt an das Untergeschoss des Neubaus, die Zufahrt erfolgt über eine Rampe im Süden. Im Erdgeschoss befinden sich ein großes Foyer, ein Konferenz- und Tagungsraum mit Multimedia-Ausstattung sowie eine Cafeteria für Mitarbeiter und Besucher. Zwei Treppenhäuser sowie eine Aufzugsanlage erschließen die oberen Geschosse. Der Neubau dient dem Unternehmen nicht nur als neue Firmenzentrale, die Obergeschosse eins bis drei werden als Fläche für die „Bemusterungswelt“ des Fertighausherstellers genutzt. Im vierten bis sechsten Obergeschoss befinden sich die Besprechungs- und Büroräume der neuen Firmenzentrale für das Planungs- und Entwicklungszentrum.

Baukonstruktion

Bauweise und Fassade
Die neue Firmenzentrale „K8“ am Hauptsitz im schwäbischen Aalen-Waldhausen ist mit Ausnahme des Untergeschosses komplett in Holzbauweise errichtet. Mit einer Höhe von annährend 30 Metern erreicht der mehrgeschossige Neubau die Hochhausgrenze. Die Ausführung erfolgte in Anlehnung an den passivhauskonformen Standard „Effizienzhaus 40“ mit einer hochwärmegedämmten Gebäudehülle.

Das Untergeschoss besteht aus Betonfertigteilen mit einem Ortbetonkern. Die erdberührenden Außenwände des Untergeschosses sind umlaufend gedämmt und erreichen so einen U-Wert von 0,2 W/m²K.

Alle Geschosse über dem Untergeschoss sind in Holzbauweise errichtet. Bei dem Tragsystem handelt es sich um ein Holzskelett mit Zugverankerungsstützen und aussteifenden Wandscheiben aus Brettsperrholz. Die zwei Treppenhäuser sowie der Aufzugschacht sind aus Brettsperrholzelementen erstellt und mit Gipskartonplatten verkleidet. Die Treppenläufe und Podeste sind aus Beton und mit Schubdornverbindung und Betonquadern in den Brettsperrholzwänden verankert. Für die Decken und das Dach kamen ebenfalls Brettsperrholzelemente zum Einsatz. Der Dachaufbau erreicht einen U-Wert von 0,12 W/m²K.

Für die hochwärmegedämmte Gebäudehülle im Passivhausstandard wurde ein Wandsystem aus Brettsperrholzelementen mit vorgehängten Dämm- und Fassadenkassetten inklusive vormontierter Fenster und Beschattungselemente installiert. Für die Fenster wurde eine Dreifach-Thermoverglasung mit vormontierten Heiz- und Kühlelementen sowie Lüftungskanälen und -ventilen abgebracht.

In den Innenräumen wurden Installations-Deckensegel unter den Decken als eingehängte, großformatige Rahmenelemente angebracht. In den Elementen wurden Installations-Segel unter den Decken als eingehängte, großformatige Rahmen mit vormontierten Heiz- und Kühlelementen sowie Lüftungskanälen und -ventilen abgebracht. Die unterseitige Akustikplatte verbessert die Schallwerte in den offenen Räumen.

Für die neue Firmenzentrale in Holzbauweise erhielt KAMPA eine Anerkennung beim Deutschen Holzbaupreis 2015 sowie den Holzbaupreis des Landes Baden-Württemberg. Letzterer wird vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, dem Landesbeirat Holz Baden-Württemberg e.V. und dem Landesbetrieb ForstBW ausgelobt und würdigt Bauten, bei denen Holz als innovativer, wirtschaftlicher und architektonisch wertvoller Baustoff im Mittelpunkt steht.

Interview

Interview mit Geschäftsführer Josef Haas, KAMPA GmbH, Aalen-Waldhausen

Inwiefern spiegelt die neue Firmenzentrale Ihr Unternehmen wieder?
KAMPA ist Hersteller von Plusenergiehäusern in Holzbauweise, und zwar konsequent und serienmäßig. Damit war klar, dass wir auch unser neues Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude als Plusenergiegebäude komplett in Holz errichten. Mit insgesamt acht Geschossen, bis zur Hochhausgrenze, ist der Neubau ein eindrucksvolles und weithin sichtbares Aushängeschild für KAMPA und für unsere Produktphilosophie. Dabei ist uns wichtig, dass die Holzkonstruktion auch sichtbar ist: Das Tragwerk aus Stützen und Unterzügen, die Innenwände und auch die Fassade lassen Holz im Inneren und Äußeren erlebbar und spürbar werden, was zu einem ungemein behaglichen Raumklima und einer warmen Ausstrahlung des Gebäudes führt.

Worauf haben Sie bei der Gestaltung der Büros Wert gelegt?
Sowohl die Ausstellungsebene als auch die oberen drei Büroebenen sind vollkommen offen und transparent gestaltet. Durch die Glasfassade im Westen fällt Tageslicht in alle Bereiche. Zusätzlich bietet jede Ebene nicht nur Besprechungsräume, sondern auch Aufenthalts- und Kommunikationszonen mit Küchenzeilen. Wir beobachten hier ein reges Miteinander, auch mit Besuchern und Kunden. Transparenz und Offenheit sind zentrale Wesenszüge von KAMPA und das kommt auch durch das „K8“ zum Ausdruck.

Was mussten Sie bei der Konstruktion in Holzbauweise beachten?
Die Holzbauweise erlaubt einen sehr hohen Vorfertigungsgrad. Großformatige Wand-, Decken-, Fassaden- und Dachelemente werden in der Fabrik komplett mit allen wesentlichen Einbauten wie z.B. Wärmedämmung, Fenster und Beschattungssystemen vorgefertigt. Auch große Teile der Heizungs-, Lüftungs- und Elektroinstallation haben wir werkseitig in sogenannten Multifunktionsdeckensegeln vormontiert, ein enormer Zeit- und Qualitätsgewinn. Damit haben wir die Bauzeit auf insgesamt nur sechs Monate reduziert, von der nackten Kellerdecke bis zum Einzug.

Was musste hinsichtlich Aufstellung der Solar/Luftabsorber beachtet werden?
Die Solar/Luftabsorber gewinnen regenerative und kostenfreie Umweltwärme, also Wärme aus der Umgebungsluft und am Tag aus der Sonnenstrahlung und leiten sie an die Wärmepumpe, indem sie deren Sole-Flüssigkeit erwärmen. Überschüssige Energie aus den Solar/Luftabsorbern wird im Eisspeicher gepuffert, der ebenfalls mit den Wärmepumpen verbunden ist. Für das „K8“ wurden insgesamt 183 m² Solar/Luftabsorber im Bereich der Tiefgaragenabfahrt platzsparend montiert.

Aus welchen Gründen haben Sie sich für ein Eisspeichersystem entschieden?
Das Eisspeichersystem ist eine innovative und sehr effiziente Technologie, um Umweltwärme zu speichern, den nachgeschalteten Wärmepumpen zur Verfügung zu stellen und somit für die Beheizung eines Gebäudes nutzbar zu machen. Der physikalische Effekt der Kristallisationsenergie führt dazu, dass beim Wechsel zwischen festem Eis und flüssigem Wasser große Mengen Energie aufgenommen und auch wieder abgegeben werden können. Bei diesem Wechsel des Aggregatzustandes wird achtzigmal mehr Kristallisationsenergie freigesetzt als bei einer Abkühlung von Wasser um ein Grad Celsius.

Energiekonzept

Seit Jahren setzt der Fertighaushersteller KAMPA konsequent auf energieeffizientes Bauen und hat sich als führender Hersteller von Plusenergiehäusern in Holzbauweise etabliert. Die hochwärmegedämmte Gebäudehülle der neuen Firmenzentrale erreicht einen passivhauskonformen U-Wert von 0,1 W/m²K. Zusammen mit den solaren Wärmegewinnen der großflächigen Verglasungen der Westfassade gelang es KAMPA, den Jahresheizwärmebedarf auf geringe 15,1 kWh/m²a zu reduzieren.

Das Energiekonzept des mehrgeschossigen Neubaus „K8“ setzt zu hundert Prozent auf regenerative Energiequellen. Die Deckung des geringen Jahresheizwärmebedarfs erfolgt über ein Eisspeichersystem von Viessmann mit Solar/Luftabsorbern zur Regeneration. Eine leistungsfähige Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert weit mehr Strom als zum Betrieb der haustechnischen Komponenten und der Lüftungsanlage nötig ist, so dass der Neubau dem Energiestandard eines Plusenergiehauses entspricht.

Wärmeversorgung und Kühlung

Die Wärmeversorgung für das mehrgeschossige Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude übernimmt ein Eisspeichersystem von Viessmann, das gleich mehrere regenerative Energiequellen nutzt: Sonne, Luft, Erdwärme und Eis. In einem unterirdisch verbauten Eisspeicher kann Wärme verlustfrei auf niedrigem Temperaturniveau gespeichert werden, was besonders wirtschaftlich ist. Die Wärme wird über nach Süden ausgerichtete und an der Zufahrtsrampe zur Anlieferung aufgestellte Solar-Luftabsorber gesammelt. Die Solar/Luftabsorber gewinnen die Wärme auf einer Fläche von 183 Quadratmetern durch die Einstrahlung der Sonne und aus der Umgebungsluft. Die so gewonnene Wärme wird in den im Erdreich eingebauten Eisspeicher von Viessmann eingeleitet und puffert die sommerliche Wärme für den winterlichen Heizbetrieb. Der Eisspeicher misst 12,5 Meter im Durchmesser und sechs Meter in der Höhe, das Fassungsvermögen liegt bei 685.000 Litern. In den Sommermonaten wird die durch die Solar-Luftabsorber gewonnene, überschüssige Wärmeenergie über Kunststoffspindeln im Inneren des Eisspeichers an das Speichermedium Wasser abgegeben. In den großvolumigen Wassermengen kann so die Wärme auf niedrigem Temperaturniveau im Eisspeicher für den Winter zwischengespeichert werden. Die umgebende Erdwärme ermöglicht die Speicherung über längere Zeit und ohne aufwendige Isolierung.

Mit Beginn der kalten Jahreszeit wird die gespeicherte Wärmeenergie dem unterirdischen Eisspeicher wieder entzogen und über drei als Kaskade geschaltete Wärmepumpen dem Heizsystem zugeführt. Die drei Sole/Wasser-Wärmepumpen Vitocal 300-G von Viessmann verfügen zum Einen über eine Leistung von zweimal 45 kW und einmal 29 kW. Sie entziehen dem Wasser die Wärme. Dies geschieht bis zur kontrollierten Vereisung bei null Grad Celsius. Bei diesem Wechsel des Aggregatzustandes wird achtzigmal mehr Kristallisationsenergie freigesetzt als bei einer Abkühlung von Wasser um ein Grad Celsius. Daraus resultiert die enorme Energiespeicherkapazität des Eisspeichers. Zur Regeneration nutzt der Eisspeicher neben den Solar/Luftabsorber auch die umgebende Erdwärme und wirkt so dem Vereisungsprozess entgegen. Sobald die Speicherwassertemperatur unter das Temperaturniveau des umgebenden Erdreichs sinkt, nimmt der Eisspeicher die umgebende Erdwärme auf. Die Sole/Wasser-Wärmepumpen sind systemgerecht mit einem Pufferspeicher von Viessmann installiert.

In den Sommermonaten wird das Eisspeichersystem zum Kühlen eingesetzt, in dem auf demselben Weg kühle Luft in die Räumlichkeiten geleitet wird. Die Wärme- und Kälteverteilung erfolgt über Auslässe in den Installations-Deckensegeln.

Lüftung

Die Räume der neuen Firmenzentrale wurden mit einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Leitungen wurden ebenfalls in den Installations-Deckensegeln verlegt. Die Luftwechselrate liegt im Durchschnitt bei zweimal pro Stunde, das entspricht einem Luftvolumen von 13.500 Kubikmetern. Feinstaubfilter sorgen für reine Frischluft. Der aus der Abluft gewonnene Wärmerückgewinnungsgrad liegt bei 75 Prozent. Die so gewonnene Wärme wird wiederum dem Eisspeicher zur Regeneration zugeführt. Aufgrund der hohen Luftwechselrate ist die Lüftung effizient in den Heiz- und Kühlprozess eingebunden. Im Lüftungsgerät sind zwei weitere Wärmetauscher installiert, welche durch die Wärmepumpen von Viessmann je nach Bedarf mit Kälte oder Wärme versorgt werden. So kann die zugeführte Frischluft im Winter erwärmt werden und trägt so zur Beheizung des Gebäudes bei. Im Sommer hingegen wird die von außen angesaugte und damit sehr warme Frischluft bereits im Lüftungsgerät gekühlt, damit das Gebäude angenehm temperiert bleibt und der Kühlbedarf für die Multifunktions-Deckensegel gering ausfällt.

Stromversorgung

Auf dem Dach der neuen KAMPA Firmenzentrale wurde eine großflächige Photovoltaikanlage installiert. Die monokristallinen Hochleistungsmodule erreichen eine Leistung von 60 kWp. Je nach Sonnenintensität liefert die Anlage Sonnenstrom von circa 60.000 kWh pro Jahr. Das ist weitaus mehr als für den Betrieb der haustechnischen Komponenten wie  Wärmepumpen und der Lüftungsanlage notwendig sind. Der Überschuss an erzeugtem Strom wird für den Betrieb der Bürogeräte und die Beleuchtung eingesetzt, auch die firmeneigenen e-Mobile von KAMPA oder deren Gäste werden vorzugsweise mit dem auf dem Dach erzeugten Solarstrom betankt. Darüber hinaus wird der Überschuss an Sonnenstrom gegen Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist.

Eingesetzte Produkte

Vitocal 300-G | Sole-Wasser-Wärmepumpe ©Viessmann
Autor: Katharina Ricklefs

 

 

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