Einfamilienhaus in Ense - archiTEC24

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Einfamilienhaus in Ense

Zusammen mit der überdachten Parkfläche und der Pergola zum Hauseingang hin entsteht eine einladende Hof- und Empfangssituation. © Thorsten Arendt, Münster
Zusammen mit der überdachten Parkfläche und der Pergola zum Hauseingang hin entsteht eine einladende Hof- und Empfangssituation. © Thorsten Arendt, Münster

Daten und Fakten

Standort: 59469 Ense-Bremen
Bauherr: privat
Architekt: Raumkontrast, Arnsberg
Projektteam: Frank Rocholl und Simone Hillebrand

Bauzeit: 04/2015-01/2016

Grundstücksfläche: 662 m²
Wohnfläche: 175,17 m²

BGF: 120,54 m²
BRI: 850 m³
GRZ: 0,436 m³/m²
GFZ: 0,364

Jahresprimärenergiebedarf: 59,27 KWh/m²a
Endenergiebedarf absolut: Erdgas E 10.631 kWh
Hilfsenergie: 1.150 kWh
Heizenergiebedarf: 10,498 kWh/m²a

Architekten

Raumkontrast
Frank Rocholl und Simone Hillebrand
Werdener Hof 31a
59757 Arnsberg
Tel.: 02932-4959114
Fax.: 02932-4959122
info@raumkontrast.de
www.raumkontrast.de

Büroschwerpunkte:
Individuelle Architektur, Holztafelbau, Einfamilienhausbau, Baugruppen

Bürophilosophie:
Unser Ziel ist es, sympathische Architektur auf regenerativer Basis zu realisieren. Kostentransparenz und die Nähe zum Bauherrn
sind uns wichtig. In engem und intensivem Kontakt mit ihm und unter Berücksichtigung seiner Wünsche, Anforderungen und
Möglichkeiten entstehen individuelle Lösungen, sowohl für die Gebäude selbst, als auch für deren Innenraumgestaltung.

 

Fachplaner

Statik
Hense & Hachmann PartGmbB
Hauptstr. 63
59846 Sundern
Tel. 02933-97280
Fax. 02933-1882
buero@hense-hachmann.de
www.hense-hachmann.de

Haustechnik
Raumkontrast
Frank Rocholl und Simone Hillebrand
Werdener Hof 31a
59757 Arnsberg
Tel.: 02932-4959114
Fax.: 02932-4959122
info@raumkontrast.de
www.raumkontrast.de

in Zusammenarbeit mit

Sedlaczek GmbH
Franziskusstr. 11
59757 Arnsberg

Energiekonzept
Raumkontrast
Frank Rocholl und Simone Hillebrand
Werdener Hof 31a
59757 Arnsberg
Tel.: 02932-4959114
Fax.: 02932-4959122
info@raumkontrast.de
www.raumkontrast.de

 

Entwurfsaufgabe

Holztafelbauweise ist die bevorzugte Bauart, der sich Simone Hillebrand und Frank Rocholl, von Raumkontrast bei ihren Planungen zuwenden. Eine ganze Reihe behaglicher Wohnhäuser mit besten Energiewerten und hervorragendem Raumklima sind auf diese Weise entstanden und dienen den Architekten als gelungene Referenzen. Über eine solche Referenz kamen auch die Bauherren des Einfamilienhauses Ense, Kreis Soest, auf die Planer zu, mit der Bitte, ihnen ein ähnliches Haus zu entwerfen. Zur Bebauung stand ein 662 m2 großes Grundstück im Enser Stadtteil Bremen zur Verfügung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Bremer Bachaue mit ihren Wiesen und Feldern. Das junge Paar wünschte sich ein klassisches, zweigeschossiges Einfamilienhaus in regenerativer Bauweise, das wohngesunde Behaglichkeit ausstrahlen, lichtdurchflutet und mit effizienter Energietechnik ausgestattet sein sollte. Tatsächlich kann das Gebäude durch die sehr guten Dämmwerte der Konstruktion mit den geringen Oberflächentemperaturen der Fußbodenheizung beheizt werden, was sich in einem günstigen Energieverbrauch bemerkbar macht. Die installierte Viessmann Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gewährleistet einen guten Luftaustausch im Gebäude und hält die Lüftungswärmeverluste gering.

Projektbeschreibung

Die Zufahrt zum Grundstück erfolgt über eine Stichstraße mit Wendehammer, parallel zum privaten Garten. Da das Gebäude nicht unterkellert ist, lassen die Architekten Zufahrt und Carport in einem separaten kleinen Holzanbau enden, der die Abstellfläche im nicht vorhandenen Untergeschoss ausgleicht und den Grundstücksabschluss in Richtung Norden bildet. Auf diese Weise entsteht – zusammen mit der überdachten Parkfläche und der Pergola zum Hauseingang hin – eine einladende Hof- und Empfangssituation, über die Bewohner und Besucher trockenen Fußes vom Auto ins Haus gelangen können.

Das Wohnhaus selbst baut auf einer Bruttogrundfläche von rund 121 Quadratmeter zweigeschossig auf. Nur im Bereich des Wohnraums weitet sich der rechteckige Grundriss von etwa 10 auf 12 Metern zu einem 5 Meter breiten und knapp zwei Meter tiefen „Erker“ in Richtung Garten hin. Das durchgehende, gaubenlose und nur mit Dachflächenfenstern versehene Satteldach des Hauses ist in diesem Bereich als Schleppdach ausgebildet.

Ohne Windfang wird das Haus über die Diele mit Garderobenzone betreten. Mit der einläufigen als skulpturales und gleichzeitig praktisches Schrankmöbel gestalteten, handlauffreien Treppe ins Obergeschoss und dem direkten offenen Zugang in den südlichen Wohnbereich bildet sie das Zentrum des Hauses. In einer schmalen Gebäudezone hinter der Treppenhauswand befinden sich Technik-und Abstellraum sowie ein Gästebad. In Reihe angeordnet, bilden sie als Raumgruppe einen Klima-Puffer gegenüber der kalten Nordseite. Geradeaus mündet der Flur in ein Gästezimmer. Küche, Ess- und Wohnbereich sind rechterhand in einem rund 55 Quadratmeter großen Raumverbund zusammengeschlossen. Gegen die zuerst eingeplanten Schiebetüren zwischen Diele und Essraum bzw. Essraum und Küche entschieden sich die Bauherren zugunsten einer angenehmen räumlichen Großzügigkeit, die durch die ungehinderten Wege- und Sichtachsen entsteht. Große, teilweise bodentiefe Fensterflächen und Fensterverglasungen über Eck bringen viel Sonnenlicht in die Wohnräume und verstärken den Eindruck dieses Raumkomforts.

Mit dem Parkettboden aus Eichendielen, den weißen Wänden und der mit mineralischen Pigmenten durchscheinend weiß behandelten Holzkonstruktion der Decken, strahlen die Innenräume eine wohnlich-gemütliche aber sehr moderne Atmosphäre aus. Entwurf und Planung der Treppe, die unter ihren Stufen ins Obergeschoss einen geräumigen und vielseitigen Aufbewahrungsschrank mit Ausfahrgarderobe und weiterem Stauraum bietet, gehören ebenso zum Planungsspektrum der Architekten, wie die individuell und maßgenau angefertigte Winkelküche mit Tresen zum Essbereich. Küchen- wie Treppenschrankfronten sind einheitlich aus matt weiß lackiertem Holz gefertigt und zeigen neben den wiederkehrenden Materialien auch einheitliche Details.

Im Obergeschoss befinden sich neben zwei gleich großen Kinderzimmern das Elternschlafzimmer mit direktem Zugang zur großzügigen Ankleide sowie das Familienbad und ein separater Hauswirtschaftsraum.

Baukonstruktion

Die Konstruktion des Hauses besteht aus einem Holzständerwerk, das mit Zellulose ausgeflockt wurde. Die Holztafelbauweise ist dafür geeignet, ein individuell durch Architekten geplantes, jedoch im Holzbaubetrieb in Teilen präzise vorgefertigtes Haus zu realisieren. Es ist ein schneller, sauberer und trockener Aufbau gewährleistet. Die Wände bestehen aus Massivholzstielen, die innenraumseitig mit einer OSB-Platte ausgesteift und außen mit einer Holzweichfaser-Platte als Putzträger beplankt sind – verfüllt mit Zellulose. Die Aussparungen für Türen, Fenster und Leitungen sind ab Werk bereits vorbereitet. Abhängig von der Wahl der Dämmstoffe können diese bereits ab Werk im Gefach eingebaut sein oder werden nach der Montage der Elemente auf der
Baustelle eingebracht.

In Ense entschieden sich die Architekten für bereits mit Zellulose befüllte Holztafeln. Die Decke zwischen Erd- und Obergeschoss ist als Holzbalkendecke konstruiert, deren Tragbalken aus Brettschichtholz im Erdgeschoss sichtbar belassen wurden. Die Oberfläche der Holzbalkendecke ist mit dem ökologisch einwandfreien Mineralpigment Titanweiß, das die Holzstruktur unter einer weißen, transparenten Schicht sichtbar behält und gegen vergilben schützt, behandelt.

Das Zusammenfügen des gesamten Baukörpers erfolgt in der Holztafelbauweise modular. Dies erlaubt nach dem Transport einen zügigen Aufbau auf der Baustelle. Der gesamte Querschnitt der Außenwände, die Konstruktion mit ihrer Ausfachung sowie die äußere Holzweichfaserplatte und die innere Installationsebene können für die Dämmung herangezogen werden. Das Verhältnis von Querschnitt zu Dämmwert ist damit deutlich günstiger als bei konventioneller Bauweise, die gesparte Konstruktionsfläche kommt dem Raum zugute. Ein Aufheizen der Gebäudehülle im Sommer wird durch die gute Wärmespeicherfähigkeit der Zellulose vermieden.

Beim Holztafelbau handelt es sich im Gegensatz zur Massivbauweise um einen Trockenbau. Dies bedeutet zum einen, dass für die Hausausbauphase keine Gebäudetrocknung abgewartet werden muss, zum anderen, dass die Gebäudehülle nach dem Aufbau sofort geschlossen ist, da die Fenster aufgrund der präzisen Bauweise bereits längst produziert wurden und ebenfalls direkt eingebaut werden können. Die weitere Montage von Hauselementen erfolgt somit witterungsunabhängig.

Die Fassade des Einfamilienhauses in Ense wurde mit einem mineralischem Außenputz versehen, die Wände sind diffusionsoffen gehalten.

Interview

Interview mit Raumkontrast

Warum planen Sie bevorzugt in Holztafelbauweise?
Es ist eine sympathische Bauweise, die selbst in der Bauphase Behaglichkeit vermittelt…sie riecht gut und „klingt“ gut. Bereits vor dem Studium hat sich durch die Tischlerlehre die Liebe zum Holz entwickelt – und im Architekturstudium dann verfestigt.

Gab es bei dem Entwurf des Hauses in Ense einen speziellen Fokus? Drückt sich dieser in besonderen Details aus?
Der Wunsch der Bauherren war es, im Obergeschoss eine adäquate Deckenhöhe zu erhalten. Da die Bauherren sehr groß sind und sich die Bebauung der eineinhalb geschossigen Nachbarschaft anpassen sollte, entstand die Idee des asymmetrischen Daches. So sind die Räume für die „Großen“ mit durchgehender Standhöhe geplant…die Räume für die „Kleinen“ mit stärkerer Schräge, die sich jedoch wieder in großen Dachflächenfenstern auflöst.

Wie definieren Sie den Begriff der Nachhaltigkeit in der Architektur und welchen Stellenwert nehmen ökologische
Überlegungen generell innerhalb Ihrer Arbeit ein?

Nicht nur wir als Architekten, auch unsere Bauherren legen heute großen Wert auf Nachhaltigkeit – gerade in Bezug auf das Thema Energiekosten. Der Holztafelbau mit seinen hohen Dämmwerten und seiner regenerativen Bauweise kommt diesem Wunsch ganz unaufgeregt entgegen.

Was ist beim Einfamilienhaus in Ense Ihrer Meinung nach besonders gelungen? Gibt es Dinge, die Sie gerne anders
gelöst hätten?

Richtig gelungen war die Zusammenarbeit in Gänze. Wir freuen uns über „glückliche Bauherren“! Sie stehen für eine nette und produktive Zusammenarbeit. Gerne etwas anders gelöst, hätten wir nichts…sonst hätten wir es einfach auch anders gemacht.

Energiekonzept

Um die Effizienz der Dämmung beim Holztafelbau zu unterstützen, installierten die Planer moderne Haustechnik von Viessmann. Mit zwei autark arbeitenden Systemen, der Gas-Brennwerttherme Vitodens 333-F und dem Wohnraumlüftungssystem Vitovent 300, unterschreitet das moderne Holzhaus die geforderten Werte der aktuellen Energieeinsparverordnung EnEV problemlos. Durch die kontrollierte Wohnraumbelüftung werden Wärmeverluste zusätzlich reduziert.

Warmwasser

Das Gas-Brennwertkompaktgerät Vitodens 333-F, das Heizwärme bereitstellt und zur Warmwasserbereitung dient, wurde im Technikraum des Hauses im Erdgeschoss installiert. Es benötigt nicht mehr Standfläche als eine Kühl-Gefrier-Kombination und lässt sich darum problemlos und platzsparend unterbringen. Der Brennwertkessel wird komplett montiert ab Werk geliefert, wodurch die Montagezeit deutlich verkürzt wird. Vitodens 333-F kombiniert die Vorteile effizienter Gas-Brennwerttechnik und komfortabler Warmwasserversorgung: Mit seinem 100 Liter fassenden Edelstahl-Ladespeicher sorgt das Kompaktgerät für einen hohen Warmwasserkomfort. Hohe Betriebssicherheit und eine lange Nutzungsdauer zeichnen es aus. Neben dem sparsamen Verbrauch von Erdgas liegen auch die Wartungskosten am unteren Ende der Skala.

Die im Gerät integrierte Regelung Vitotronic 200 mit Touch-Bedienung sorgt für einen außergewöhnlich hohen Bedienkomfort. Das Farb-Touch-Display bildet übersichtlich das Energie-Cockpit ab und informiert den Anwender präzise über den Gasverbrauch für Heizung und Warmwasser. Ein Histogramm stellt alle Werte wahlweise nach Tag, Woche, Monat und Jahr dar. Die Qualität der Luft beeinflusst in hohem Maße die Wohn- und Lebensqualität. Unverzichtbar dafür ist ein ausreichender Luftaustausch im Haus. Moderne Wohnungskonzepte und die vom Gesetzgeber
geforderte Luftdichtigkeit der Gebäudehülle mit dem Ziel Wärmeverluste zu vermeiden, stehen dem allerdings entgegen. Geschlossene Räume sollten regelmäßig durch das Öffnen der Fenster gelüftet werden. In der Praxis stellt das regelmäßige, richtige Lüften oftmals ein Problem dar: Wird zu viel gelüftet, geht teure Heizwärme verloren, lüften die Bewohner zu wenig, wird die Feuchtigkeit nicht ausreichend abtransportiert und die Qualität der Raumluft
verschlechtert sich.

Belüftung und Heizung

Im Spitzboden des Hauses in Ense, der nur über eine Einschubtreppe vom Flur im Obergeschoss zu erreichen ist, haben die Planer das Wohnraumlüftungssystem Vitovent 300 von Viessmann installiert und die dafür notwendigen Leitungen mit ihren An- und Absaugöffnungen in die Wände der darunter liegenden Räume bzw. die Decke zwischen Erd- und Obergeschoss geführt. Vitovent 300 tauscht die Raumluft kontinuierlich aus, entfernt Geruchsstoffe und filtert Pollen, Staubpartikel und Schadstoffe. Das Ergebnis ist ein angenehmes, gesundes Raumklima.

Ein integrierter leistungsstarker Wärmetauscher holt bis zu 93 Prozent Wärme, die sich in der in der verbrauchten Luft aus Küche, Nassräumen, Abstellräumen und Hauswirtschaftsraum befindet zurück und erwärmt damit die einströmende Frischluft, die dann an die Aufenthalts- und Schlafräume abgegeben wird.

In der warmen Jahreszeit kann der Wärmetauscher des Vitovent 300 über die integrierte, automatische Bypassklappe komplett umgangen werden. Durch diese temperaturgesteuerte Schaltung gelangt in der Nacht kühle Außenluft in die Räume und sorgt für eine angenehme Frische. Mit optionalem Feuchte- und/oder CO2- Sensor regelt das Wohnungslüftungsgerät
den Volumenstrom ganz automatisch zur Gewährleistung guter Luft bei geringem Stromverbrauch. Das Einfamilienhaus liefert mit einem Jahresprimärenergiebedarf von 59,27 kWh/m2 eine gute Energiebilanz. Der jährliche Endenergiebedarf an Erdgas liegt bei 10.631 kWh, der Bedarf an Hilfsenergie beziffert sich jährlich auf 1.150 kWh. Zusammen mit der optimal gedämmten Gebäudehülle und der effizienten Gas-Brennwerttherme Vitodens 333-F von Viessmann wird ein besonders niedriger Heizenergiebedarf von 10.776 kWh/a erreicht.

Eingesetzte Produkte

Vitodens 333-F | Gas-Brennwert-Kompaktgerät ©Viessmann Vitovent 300-C | Wohnungslüftungssystem ©Viessmann
Autorin: Iris Darstein-Ebner

 

 

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